Die heilige Johanna von Orléans

Die heilige Johanna von Orléans (Jeanne d’Arc) wurde um 1412 in Domrémy in Frankreich geboren. Sie stammte aus einer einfachen Bauernfamilie und wuchs in einem tief religiösen Umfeld auf. Schon als Jugendliche berichtete sie von Visionen und Stimmen, die sie als Botschaften Gottes verstand. Nach ihrer Aussage forderten der Erzengel Michael sowie die heiligen Katharina und Margareta sie auf, Frankreich in einer schweren Zeit beizustehen.

Im Alter von nur 17 Jahren trat Johanna vor den französischen Thronfolger Karl VII. und überzeugte ihn, ihr ein Heer anzuvertrauen. Während des Hundertjährigen Krieges führte sie die französischen Truppen bei der Befreiung der belagerten Stadt Orléans an. Dieser Sieg stärkte den Mut der Franzosen und ermöglichte später die Krönung Karls VII. in Reims.

1430 wurde Johanna gefangen genommen und an ihre Gegner ausgeliefert. In einem kirchlichen Prozess wurde sie der Ketzerei angeklagt. Trotz großer Bedrohung hielt sie an ihrem Glauben und ihrem Gewissen fest. Am 30. Mai 1431 wurde sie im Alter von etwa 19 Jahren in Rouen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Überliefert ist, dass sie bis zuletzt den Namen Jesu anrief und im Vertrauen auf Gott starb.

Jahrzehnte später wurde der Prozess gegen sie erneut untersucht und für ungültig erklärt. Die Kirche erkannte an, dass Johanna Opfer eines politisch motivierten Urteils geworden war. Wegen ihres tiefen Glaubens, ihres Mutes und ihrer Treue zu Gott wurde sie 1909 selig- und 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.

Die heilige Johanna von Orléans gilt heute als Schutzpatronin Frankreichs. Ihr Leben erinnert daran, dass Gott Menschen unabhängig von Herkunft oder Alter zu großen Aufgaben berufen kann. Sie ist ein Vorbild für Vertrauen auf Gott, Gewissensstärke und den Mut, auch unter schwierigen Umständen für das einzustehen, was man als richtig erkannt hat.

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