Ein junger Jesuit kniet in der Stille und denkt über sein Leben nach. Er ist klug, redegewandt und begabt, aber ihn treibt eine innere Unruhe um. Sein Name ist Claude. Er ist ins Kloster eingetreten, weil seine Mutter ihn gedrängt hat. Er war anfangs skeptisch, weil ihm die Strenge des Jesuitenordens nicht gefallen hat. Er denkt zurück und merkt, dass sich seine Vorurteile über das Ordensleben nicht bewahrheitet haben und das sein Ja zu Gott ehrlich ist. Sein Können bringt ihm zwar viel Aufmerksamkeit ein, aber ihm fällt auf, dass er mit Ehrgeiz und dem Gefühl immer mehr leisten zu müssen kämpft.
Die innere Wende
Die entscheidende Veränderung geschieht nicht auf einer Kanzel, sondern im Herzen. Claude begreift, dass Gott ihn nicht wegen seiner Fähigkeiten liebt. Nicht wegen seiner Predigten oder wegen seines Erfolges, sondern einfach, weil er ihn in der Taufe als sein Kind angenommen hat. Diese Erkenntnis trifft ihn und die innere Unruhe verschwindet. Er hört auf, sich selbst beweisen zu wollen. Von da an wird Vertrauen sein Lebensmotto. In einem Gebet schreibt er, dass es dem Menschen an nichts fehlen könne, wenn er alles von Gott erwarte. Das ist für ihn kein frommes Gerede. Es ist das Ergebnis seines inneren Ringens. Er ist nicht mehr ein junger Mann, der etwas erreichen will. Er ist ein Mann, der seinen Frieden gefunden hat.
Gegen das Gift der Angst
Im 17. Jahrhundert verbreitet sich der Jansenismus. Viele Christen leben in der Angst, nie würdig genug zu sein. Gott erscheint streng, fast unnahbar.
Claude predigt anders und erweckt Hoffnung in Ihnen. Er verkündet:
- Gott ist nicht zuerst Richter, sondern Liebe
- Vertrauen ist stärker als Angst
- Heiligkeit beginnt im Herzen
Er stellt sich gegen ein Gottesbild, das klein macht und in die Enge führt. Es geht um die Beziehung zu Gott, darum ihn zu lieben und auf ihn zu vertrauen, nicht nur um äußerliche Frömmigkeit und ein Tugendstreben das zur Selbstgefälligkeit führt.
Begegnung mit dem Herzen Jesu
In Paray le Monial begegnet er Margareta Maria Alacoque. Sie ist Ordensschwester und spricht von Visionen des Herzens Jesu, das vor Liebe brennt und unter der Gleichgültigkeit der Menschen leidet.
Claude prüft alles sorgfältig. Er urteilt nicht vorschnell. Er betet und erkennt die Wahrheit dieser Botschaft.
Das Herz Jesu wird für ihn zur Mitte seiner Sendung. Es steht für die ganze Liebe Christi, für seine Hingabe am Kreuz und seine bleibende Nähe.
Die Herz Jesu Verehrung ist keine bloße Andacht. Sie ist eine Antwort auf diese Liebe. Sie lebt durch
- die Weihe an das Herz Jesu
- das Hochfest vom Heiligen Herz Jesu am dritten Freitag nach Pfingsten
- den Empfang der heiligen Kommunion in Stand der Gnade an neun nacheinander folgenden Herz-Jesu – Freitagen (jeweils der erste Freitag im Monat)
- die Litanei vom Allerheiligsten Herzen Jesu
Mit ihr sind Verheißungen verbunden, die Christus der heiligen Margareta Maria zugesagt hat, darunter Trost im Leiden, Frieden in den Familien und die besondere Gnade, nicht ohne Versöhnung mit Gott zu sterben, wenn man treu die neun Herz-Jesu-Freitage begeht.

