„Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib, denn wir alle haben Teil an dem einen Brot, sagt der hl. Paulus (1.Kor 10,17). Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht für mich allein haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die seinigen geworden sind oder werden sollen.“

„Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib, denn wir alle haben Teil an dem einen Brot, sagt der hl. Paulus (1.Kor 10,17). Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht für mich allein haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die seinigen geworden sind oder werden sollen.“

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt“ (Gen 2,18).
In dieser ursprünglichen Einsamkeit erkennt Adam seine doppelte Berufung: zur Liebe zu Gott und zur Liebe zum Nächsten. Unter allen Geschöpfen ist allein der Mensch dazu befähigt, in eine personale Liebesbeziehung und Gemeinschaft mit seinem Schöpfer einzutreten. Gott haucht ihm seine Liebe ein – und eben diese göttliche Liebe weckt im Menschen zugleich das Verlangen, sie weiterzugeben, sie mit einem Gegenüber zu teilen, das ihm gleich ist.

So wird die Frau dem Mann zur Seite gestellt, und die Schrift bekennt:
„Darum verlässt der Mann Vater und Mutter, bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch“ (Gen 2,24).

Diese Einheit im „einen Fleisch“ ist weit mehr als eine biologische oder emotionale Verbindung. Sie ist Zeichen und Vorausbild: ein Vorausblick auf die Vereinigung Christi mit seiner Kirche und zugleich auf die Einheit aller Glieder im einen Leib Christi. Die eheliche communio weist damit prophetisch auf die Communio der Kirche hin.

Mehr noch: Die eheliche Gemeinschaft in Genesis ist ein Vorausbild der eucharistischen Gemeinschaft. In der Eucharistie schenkt sich Christus ganz – und wer mit ihm vereint wird, wird zugleich mit allen vereint, denen er sich schenkt. Wie Papst Benedikt XVI. sagt:

„Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt.“

So erfüllt die Eucharistie die ursprüngliche Berufung des Menschen in ihrer ganzen Tiefe: der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten. Zumindest ist das ihre Bestimmung. Hier auf Erden bleibt diese Einheit angefochten; sie muss gegen Widerstände, Trägheit und Sünde immer neu errungen werden. Doch ihre Vollendung ist verheißen.

In der Ewigkeit wird sich erfüllen, was Gott von Anfang an wollte: die vollkommene Einheit des Menschengeschlechtes in Christus. Die mit ihm Vereinten werden die Gemeinschaft der Erlösten bilden – „die heilige Stadt Gottes, die Frau des Lammes“ (vgl. KKK 1045). Dann wird es kein Verbergen mehr geben: Wir werden sehen und gesehen werden, und Gott wird alles in allem sein.

Zurück